„Da fehlt eine (Kuh)“

So, die zweite von 34 Nächten liegt also hinter uns und endet um … 06:40 Uhr – ganze 10 Minuten später wie die vorherige 😉 Aber immerhin kam Emil auch dann erst aus seinem Matrazenlager zu uns gekrabbelt, meinte dann aber auch sogleich, dass seine kleine Schwester jetzt auch wach zu sein hat. Nuja, was willst da machen? Genau: kollektives Wickeln, aufstehen, Semmeln holen, frühstücken, puzzlen und malen und das Spielzeug versuchen zu ergattern, dass verdammte 5cm vor der Nase liegt.

Luisa hat sich dann ihren fehlenden Schlaf allerdings wieder geholt und den Vormittag dann in Ruhe im Bett verbracht und Emil hatte Fjodor und mich ganz für sich: Fussballspielen im Hof, Traktor mit Odlfassl bestaunen und ein zweites Frühstück einnehmen stand auf unsrem Programm.

Was machen wir denn aber nun heute noch? Die Frage galt es ja noch zu klären. Das Wetter war unberechenbar und der Forecast hätte auch aus unsrem morgendlichen Kaffeesatz kommen können. Nach längerem Hinundher entschlossen wir uns schließlich dazu eine kleine Wanderung zum Wasserfallpfad Celar zu machen. Das Tückische da dran war allerdings, dass weder das Internet, noch die ausliegenden Prospekte so ganz genau den Startpunkt der Wanderung definierten. Also fuhren wir auf gut Glück und nach Fjodors Riechrüssel los. Wir fanden dann auch einen „Parkplatz“ (zwei weitere Münchner Autos parkten hier auch schon, wohlbemerkt), den mein Mann für den richtigen hielt. Wären wir weitergefahren, hätten wir eine Forststraße fahren müssen und O-Ton Yauschi „wir fahren doch keine Forststraße“! Also Luisa ab in die Manduca, Emil (gerade noch im Koma im Auto) wollte selber laufen. Es ging also der eben erwähnten Forststraße entlang durch den Wald, immer den drohenden grauen Regenwolken entgegen, einem Bach (der seinen Ursprung im Celarwasserfall haben soll) folgend den Berg hinauf.

Luisa nimmt die Wanderungen bisher meist mit ihrer stoischen Ruhe hin und verpennt hier unsere Anstrengungen. Emil hingegen kommentiert alles. Ich meine ALLES! Eine Kuhherde, die aus 2 Kühen besteht ist für ihn nicht komplett „Fehlt eine Kuh!“. Es müssen immer 3 Kühe sein bei unsrem kleinen Monk 😉 Außerdem hat Fjodor ihm heute die ersten Ameisenhaufen seines Lebens gezeigt. Allerdings assoziiert Emil mit dem Wort „Haufen“ immer Kacka. „Nomal Ameisenkacka sehen!“ Es will auch nimmer aus seinem Kopferl raus, dass ein Ameisenhaufen nix damit zu tun hat.

Im Laufe unseres Ausfluges überholten uns zig Autos, kamen uns entgegen und ebenso viele Autos standen auf Parkplätzen entlang der Forststraße…Hmm hätten wir wohl doch noch weiterfahren sollen/müssen? Wie lange hält das Wetter noch? Werden wir klatschnass? Wo kehren wir ein?

Noch ein paar Steine in den uns begleitenden Rinnsal geworfen ging es dann in der Kraxn für Emil weiter. Luisa schlief weiter und wenn sie wach war, schaute sie fröhlich-neugierig in der Gegend rum.

Irgendwann wollten wir dann doch einkehren, da es schon 15:00 Uhr wurde und wir ja den Rückweg auch noch trocken schaffen wollten. Fjodor fand auf googlemaps die Mairwiesenhütte und dachte, hier gibts was zu mampfen. Ähm gerade haben wir dann auch entdeckt, dass das eine Hütte zum mieten ist 😉 Wir hatten ja bissl was an Brotzeit dabei und machten es uns im Garten der Hütte kurz bequem.

Die Wolken kamen immer schneller, immer näher und schon gings los…REGEN! Zum Glück nur kurz und die Regenjacken waren ja dabei.

Ca. 1 km bevor wir unser Auto (am Anfang der besagten Forststraße) wieder erreichen würden, wollte und konnte ich nicht mehr. Luisas gut 7kg Paket vor der Brust den zweiten Tag in Folge machte mich bissl fertig, sodass Fjodor uns mit dem Auto aufsammeln musste. Gerade haben wir recherchiert, es waren heute dann in Summe 8,6km und 207 Höhenmeter – quasi vergleichbar mit unserer für morgen geplanten Drei Zinnen Wanderung.

Die Familie hatte nun Hunger! Luisas Verpflegung hab ich ja immer „an der Frau“, sodass sie schon aufm Parkplatz gesättigt war. Wir 3 fanden unser Seelenheil im Gasthof Sillianer Wirt in Sillian. Als der Kellner sah, dass wir mit zwei kleinen Kindern kamen, bot er uns ein kleines Nebenzimmer an, das perfekt war: Spieleecke mit Autos und Parkgarage, Lego, ein Tisch nur für uns, Hochstühle – wir störten niemanden und uns störte niemand. Wir wurden gefragt wann wer essen möchte (jeder der Kinder hat weiß, es ist suboptimal in dem Alter, wenn alle das Essen gleichzeitig bekommen), ob Emil zuerst….

Also bekomm der kleine Mann seine Kaspressknödelsuppe, von der er redet, seit er mitbekommen hat, dass wir wieder in den Bergen sind, zuerst. Dann folgte Fjodors Gröstl und ich bekam dann noch mein Gulasch.

Als Nachspeise gab es Kasperleis, Kaiserschmarrn (eine kleine Portion auf Anraten des Kellners, die aber auch zum Großteil jetzt im Kühlschrank lagert) und einen Mohr im Hemd (politisch ja schon bissl grenzwertig, aber historisch wohl der richtige Name) – ich denke, ihr wisst, wer von uns was wählte 😉

Schnell den Heimweg angetreten und um 20:15 Uhr waren die kleinen Yauschis tatsächlich schlafend in den Kojen und Mama konnte Grey’s Anatomy schauen.

Drückt uns die Daumen, dass das Wetter in den Dolomiten morgen mitspielt. Am FR gehts dann schon nach Venedig weiter.

Guads Nächtle von uns 4!

2 Gedanken zu “„Da fehlt eine (Kuh)“

  1. Avatar von Karl Hierl Karl Hierl

    Also immer vorher erkundigen, wo es lang geht.
    Auch wenn eine Kuhherde nur aus zwei Kühen besteht: Aufpassen
    Und Julia: Doch ab und zu Pausen einlegen.
    Super, dass das Abendessen so toll ablaufen könnte.

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