Meet the Fockers – äh, meet the Possnigs

Heute sind wir tatsächlich schon 2 Wochen also 2/5 also 40% unserer gesamten Reise unterwegs. Die Zeit vergeht schon wieder ganz schön schnell und auch heute sollte der Tag ruhig losgehen und fulminant enden. Aber wollen wir von Vorne anfangen.

Luisa hat heute Nacht gegen 3:00 Uhr mit ihrem Redebedürfnis den großen Bruder auch geweckt – also hieß es, um ein schnelles Weiterschlafen aller sichern zu können: Geschlechtertrennung! Fjodor zu Emil ins Zimmer und Luisa zu mir. In dieser Konstellation haben wir alle dann schön bis kurz vor 9:00 Uhr geschlummert. Die beiden Männer sind dann auch gleich wieder zum Bäcker ums Eck und es gab Spiegeleier, Croissants, Semmeln, Müsli,…zum gemütlichen Familienfrühstück.

Danach sandelten wir einige Zeit in der Wohnung rum, Luisa machte das ein oder andere Schläfchen, wir schrieben mit Betty, wann und wo wir uns heute treffen werden, spielten mit Emil und dann war es irgendwie schon Zeit für Mittagessen.

Eine kleine dezente Portion Cevapcici war für die beiden Männer schnell (obwohl nein, die Teile haben ewig in der Pfanne gebraucht um durch zu werden) gebraten. Emil macht seiner 1/8 kroatischen Herkunft alle Ehre und mampft jeden Tag die kleinen Hackwürstl.

Nuja, dann war der Plan von Fjodor und mir, die Kiddies sollen mal ein Schläfchen machen und dann düsen wir zu Possnigs nach Vrsar auf den Campingplatz. Tja, die Rechnung hatten wir wohl ohne Emil gemacht. Schwesterchen schlief schnell brav ein, der Sohnemann jedoch drehte richtig auf und an Schlaf war in näherer Zukunft nicht zu denken. Nach einer Stunde gaben wir dann auch zermürbt auf und hatten schon großen Respekt vor dem was da heute noch kommen mag. Gegen 15:00 Uhr waren wir dann auch auf dem Campingplatz Valkanela, es darf an dieser Stelle dreimal geraten werden, wer um 5 vor 3 im Auto dann doch tief und fest eingeschlafen ist. Michi nahm uns am Parkplatz in Empfang und die Karawane zog los. Emil war schon voller Vorfreude seinen Kitakumpel Vitus zu treffen. Pünktlich zu unsrem Eintreffen am Mobilehome der Familie wachte Vitus auch auf (ja er hat Mittagschlaf gemacht!!!) und die Jungs spielten das allseitsbeliebte Baustellenspiel und gruben den Vorgarten um. Betty und ich schlürften Cappuccino und die Männer schlenderten zum Supermarkt.

Dann gings auch schon los zum Strand. Kapitän Emil und Smutje Vitus, der schon mal das Würstl probierte, gaben den Weg vor.

Heute war es bissl bewölkt und uns Mädels zu kühl fürs Meer. Die Herren der Schöpfung hielt es allerdings nicht davon ab planschen zu gehen.

Zugern hätte ich Fjodor hier ja eine halbe Stunde in den Wibitpark am Campingplatz reingeschickt, aber irgendwie wollte er nicht recht! Dafür bolzten die Jungs alle (Fjodor, Michi, Korbi, Maxi, Vitus und Emil) zusammen bissl Fussball und Emil hat vorhin schlaftrunken noch davon geschwärmt wie toll sein Papa Fussballspielen kann!

Dann war es auch schon an der Zeit unsre 7 Sachen zu packen, wollten wir doch noch alle zusammen essen gehen. Der Nando Grill in Funtana war unser Ziel. Mit einem Spielplatz direkt an neben dem Essensbereich und leckerem Essen schien es nahezu perfekt für eine Gruppe von 6 Erwachsenen und 7 Kindern. Kaum geparkt eroberten die Jungs auch schon den Spielturm und waren nur unter anfänglichen Protest zum Tisch zum essen zu bewegen.

Aber in Gesellschaft isst es sich ja am Besten und so hat unser kleiner Spargeltarzan an die 4 Cevapcici nebst Reis verdrückt und dann noch bei den Nachbarn Pommen stibizt. Betty fand einen neuen (Essens-)Mann in Fjodor und die beiden teilten sich die riesige und echt leckere Fischplatte für 2.

Kaum waren die Kinderteller annähernd leer, leerten sich auch die Kindersitzplätze und alle drehten nochmal richtig auf (ja nahezu durch). Immer schneller, immer lauter, immer höher….alle waren komplett überdreht, nass geschwitzt, hundemüde aber glücklich. Umso größer war der Trennungsschmerz bei Emil, als wir den Abend für beendet erklärt haben. Da war es aber auch schon wieder nach halb10.

Nach den Oberhofers waren die Possnigs jetzt das zweite zufällige Zusammentreffen mit Freunden auf unserer Rundereise. Also falls von euch in den nächsten 3 Wochen noch jemand auf Krk, bei den Plitvicer Seen, in Zagreb, Slowenien oder Kitzbühel ist – meldet euch bei uns!

Schnell die müden Kinder in die Wohnung getragen, waren beide nach kurzer Zeit im Koma – wir hoffen auf ein langes Koma 😉 Gerade blitzt und donnert es hier in Porec ordentlich, aber nachts darf es das ja auch gut und gern mal. Wir gehen dann auch mal in die Heia. Guads Nächtle!

Luisa spricht Delfinfisch

Alle wach…nur einer pennt munter vor sich her. Es ist mal wieder Emil, der uns andere drei Yauschis einfach „überschläft“. Daher gestaltet sich der Morgen wieder eher sehr gemütlich mit wach werden und diesmal immerhin mit beiden Yauschi-Männern, die Semmeln holen gehen. Luisa probierte weiter ihren Karottenbrei und hatte kein Bock drauf. Doch mal mit Pferd probieren? Einziges Tagesziel: eine Bootstour, die noch genau gefunden werden musste.

Am sehr späten Vormittag machten wir uns also auf den weiten Weg Richtung Hafenpromenade, das waren die bereits erwähnten 150m. Da wir keine Tagestour mit den Kindern machen wollten, blieb noch die romantische „Sunset with Dolphins“ Tour. Da sich die unzähligen Anbieter nicht vom Preis her unterschieden haben, bestaunten Seepferdchen Emil und ich den Kutter! Wir entschieden uns für Manon und die Tour ging von 17:30 – 20:00 und enthielt für 20€ pro Erwachsenem sogar gekühlte Getränke (Limo, Wasser, Wein) an Bord. Wir machten eine Anzahlung und haben den Rest dann Abends bezahlt.

Das ging flott und wir hatten noch den halben Tag für einen zusätzlichen Programmpunkt und entschieden uns spontan nach Rovinj zu fahren, keine 45min mit dem Auto entfernt und eines der Tagestourziele mit dem Boot. Da es dann doch schon Mittag war, entschieden wir uns für einen schnellen typischen kroatischen Snack: Cevapcici mit Pommes, Parmaschinken mit Melone und eine körperwarme Milch.

Danach ging es am Hafen entlang mit Blick auf die wunderschöne Altstadt von Rovinj. Aber auch ein Blick runter ins Wasser lohnte sich. Glasklares Wasser, trotz Hafen, und Emil zeigte uns alles Fische und Muscheln, die er entdeckte!

Ziel war zumindest einen Abstecher zur Kirche der Hl. Euphemia zu machen, die man bereits von weitem sehen konnte. Immer mit einem Blick auf die Uhr huschten wir die engen kleinen Gassen hoch und waren ganz froh den Kinderwagen daheim gelassen zu haben. Auch wenn, Rovinj sehr unserer Stadt Porec ähnelte, so war hier der Schwerpunkt viel mehr auf viele kleine süße Künstlerläden und wir hätten hier gemütlich auch einen ganzen Tag verbringen können.

Die letzten Stufen noch und schon waren wir oben.

Kaum oben angekommen, war keine Stunde mehr Zeit, bis wir wieder am Auto sein mussten um rechtzeitig zu unserem Boot zu kommen. Also Emil auf den Arm und Luisa nochmal motivieren weiter zu schlafen und ab ging es wieder runter an den Hafen, schnell noch etwas im Supermarkt zu trinken kaufen und dann nach Hause. Auf dem Heimweg dann der erste Stau, aber zum Glück gab es sofort eine gute Ausweichroute, so dass wir pünktlich beim Boot waren. Leider dauerte es eine ganze Weile, bevor es losging. So dass wir unseren Frontrowplatz mit Emils Erkundungsdrang mehrfach aufgeben mussten und 2-3x jede Ecke des Schiffes begutachten durften, bevor wir sitzen durften. Auch das Ablegen des Schiffes wurde beobachtet und tatkräftig kommentiert.

Luisa ist ja mittlerweile auch Booterfahren und sang fröhlich vor sich hin, in der Hoffnung, dass sie die Delfine anlocken kann. Emil suchte den Horizont ab und ich packte mein endlich mal mein Telezoom raus.

Und dann kamen sie tatsächlich, die Delfine! Luisa hatte Erfolgt mit ihrem Singsang und Emil flippte regelrecht auf dem Oberdeck aus und unterhielt die nächste Stunde die anderen Fahrgäste. Alle 5min wurde dernächste Auftauchpunkt der Schule gesucht und bestimmt 15-20 Tiere zeigten fleißig ihre Rücken und manche auch ihre Schwanzfloße.

Das Spiel ging gefühlt endlos, bis unser Kapitän dann langsam nach über einer Stunde Delfine bestaunen die Heimreise ankündigte. Auf dem Rückweg konnte man noch den Sonnenuntergang bestaunen, bevor das Boot wieder in Porec anlegte.

Hatten wir schon erwähnt, dass der Mittagsschlaf ausbliebt? Nein? Er blieb aus und dementsprechend entschieden wir uns auf dem Heimweg Pizza mit in die Wohnung zu nehmen, was sicherlich die entspanntere Variante war. Emil war müde und bereits mit einem Hang zu Blöd und Luisa war auch froh die Mandukastellung zu verlassen und ein wenig auf ihrem Teppich rum zu rollen. Pizza hätte es auch in XXXL (120cm Durchmesser) gegeben, wir entschlossen uns aber nur für die L Variante.

Am Ende waren alle zufrieden im Bett und morgen treffen wir Betty und ihre wilden Männer! Die Welt bei einer Europatournee ist doch kleiner als man denkt!

Eis, Karottenbrei und Fischplatte

Luisa hatte gestern milchmäßig einen Diättag eingelegt, also hatte sie nachts desöfteren das Bedürfnis mich zu besuchen. Irgendwann ist sie dann also komplett zu uns ins Zimmer ausgewandert und Emil konnte sein Einzelzimmer genießen. Gegen 8:00 Uhr fand ich es ziemlich warm/heiß im Schlafzimmer und wollte mal nach ihm sehen und übergab Luisa in Fjodors Obhut. Da Emil noch tief und fest schlief, hab ich mich dazugekuschelt und wir beide konnten bis halb 10 perfekt schlafen. Juhuuuuuuu!

Dann haben wir Fjodor zum Bäcker ums Eck geschickt, gefrühstückt und uns dann schlau gemacht, welcher Strand hier in der Ecke denn für uns passend sein könnte. Raus kam der Plava Laguna Beach. Der Strand gehört zur Hotel-/Bungalowanlage Village Galijot Plava Laguna und bietet neben Spielplatz, bewachten Parkplätzen, Kiosk, Toiletten,…tatsächlich auch Liegeplätze im Schatten der Bäume auf einer Liegewiese. Wir haben uns dann in der Nähe des Spielplatzes häuslich niedergelassen und unsre dezent kleine Strandmupfel aufgebaut.

Luisa hat erstmal ihr Schläfchen im Kinderwagen fortgesetzt und Emil hat das Meer links liegen lassen und sich einen Spielkameraden (Nationalität und Namen: unbekannt; Interessen: Kipplaster mit Sand befüllen und Wasser in Eimern schleppen) geschnappt und im Sandkasten gespielt. Ich wollte dann bei der Hitze aber trotzdem ziemlich bald mal ins Wasser – ja, richtig, mir war heiß 😉 Ein wenig Überzeugungsarbeit später kam auch der Yauschirest zu mir.

So verbrachten wir den Nachmittag planschend, Eis essend, schlafend, Fussball spielend, spielend am Strand.

Auf dem Heimweg bin ich noch schnell in den Super Konzum gehüpft – Backupessen besorgen, falls die Stimmung abends in Richtung Knatschialarm schlägt und wir lieber nicht mehr essen gehen wollen. Zu diesem Zeitpunkt war der Plan auch noch „Emil schläft mal wieder vor“. Nur haben wir diesen Plan ohne den Sohnemann gemacht, der zwar hundehundemüde war, aber keinen Bock auf Augen zu hatte. Nach längerem Hinundher haben wir uns entschlossen, das Risiko trotzdem einzugehen und wollten uns zum Ausgehen fertig machen.

Emil wurde geduscht. Dann sollte Fjodor mit Luisa duschen und dann ich, aber schon bei Fjodor kam kein Warmwasser aus der Leitung. Ähm, da hat wohl jemand den Lichtschalter, der der Boilerschalter ist, ausgemacht und es gibt erst in 3-4 Stunden wieder warmes Wasser. Ok, ich schau dann mal, was ich machen kann mit dem Vogelnest aufm Kopf.

Aber ein Highlight bot der Tag ja noch: Heute war es soweit, ich habe Karottenbrei im Supermarkt gefunden (Betty hat zwar eine Lieferung dabei, aber ich weiß ja noch nicht, wann wir sie treffen). Luisa war so sagen wir mal semibegeistert bzw. fand sie es sehr seltsam! Mal schauen, wie sie es morgen bei Versuch 2 findet.

Gegen 20:00 Uhr waren dann alle 4 Yauschis soweit fertig und wir wollten ins Tradizione gehen. Fjodor hatte anscheinend schon ziemlich Hunger und verwechselte das Nebenlokal mit og. und schon räumten die Kellner uns einen Tisch frei und wir konnten uns im Ancora setzen. Schnell haben wir 3 „Esser“ beschlossen die Fischplatte für 2 zu nehmen. Fjodor musste die Wartezeit für Emil mit all seinen zeichnerischen Fähigkeiten verkürzen und Bilder von Bergen, Gondeln, Kühen, etc. malen. Und dann kam die Platte auch schon.

Emil mampfte Miesmuscheln und Fisch und forderte sogleich sein versprochenes Eis ein, auf das er aber dann doch noch warten musste, bis wir uns auf den Heimweg machten. Zu dritt haben wir die Platte dann auch gut geschafft und der kleine Mann wurde mit 4 Lutschern verabschiedet – so schaut hier in Kroatien Kundenbindung aus.

Die Altstadt war sehr belebt heute Abend um 21:30 Uhr an einem Freitag und es war einiges für die Touriaugen geboten: Folklore, Breakdance, Schaufenster, (Schlumpf-)Eis.

Daheim noch die üblichen Verhandlungen „wer darf/muss wickeln?“ und dann heißt es mal wieder für die Nachwuchsyauschis Gute Nacht und auch wir werden wohl bald die Segel streichen – aber vorher noch kurz überlegen, was der Tag morgen so bringen kann!

Kein Nemo gefunden

Es ist mal wieder Reisetag! Daher nehmen wir den ersten natürlichen Wecker, der uns geweckt hat und machen entsprechend Emil auch wach, der hier noch zum Langschläfer mutiert! Es ist 07:30 und wir müssen mal wieder das Auto beladen. Fast alles wurde am Abend zuvor schon von Julia gepackt, sodass dies ein leichtes war. Das schwierigere Unterfangen war danach das letzte Puzzleteil von Emils heiß geliebten „Einsatz der Feuerwehr“ Puzzle zu finden. Das 54. Teil und ca. 2cm auf 1cm groß, gar nicht so leicht. Schon kurz vor der Verzeiflung tauchte es dann doch unter der Couch hinter einer dicken Staubflocke auf und der Urlaub war gerettet.

Auf dem Weg haben wir dann auch die ersten 1.000 Kilometer geschafft. Bevor sich sorgende Schwiegermütter Kummer bereiten, das Bild wurde fachfraulich vom Beifahrer aufgenommen 😉

Aus Julias Erinnerungen heraus war unser Ziel das Aquario marino della citta di Trieste. Emil freute sich seit Tagen drauf, da wir ihm immer wieder ein Video aus dem Ripley’s Aquarium of Canada in Toronto gezeigt haben. Wer nochmal im Kanada Blog stöbern mag: Findet Nemo

Nemo gab es in Trieste nicht, nur seine Freundin Dori lebte ein tristes Leben in lieblos gestalteten Becken. Aquarien sind sowieso schon ein berechtigter Streitpunkt war Artenhatung angeht, aber dieses war sehr weit davon entfernt. Auch wenn es Emil kurzweilig gefallen hat, würde ich um die Unterstütztung solcher abraten!

Für 6€ Eintritt für alle Yauschis, war der Spaß auch entsprechend schnell vorbei. Damit blieb zumindest kurz Zeit, einen Spaziergang durch Trieste zu machen. Der Piazza Unità d’Italia war ganz in der Nähe und bot Luisa Gelegenheit zu schlafen und Emil auf „Taubenjagen“ Tour zu gehen. Kurzer Imbiss, Kaffee, Eis und das Erkunden des städtischen Spielplatzes und weiter geht die Fahrt.

Von Trieste waren es dann nur noch 1:20 bis nach Poreč in Kroatien. Über Slowenien, ging es dann auf die Autobahn in Kroatien, wo die Maut bequem per Karte bezahlt werden konnte. Auch das vereinbarte Parken in Poreč verlief hochmodern über automatische Kennzeichenerkennung. So war unser Auto für alle notwendigen Zonen freigeschaltet worden. Geparkt wurde ca. 1km von der Unterkunft entfernt und dann erfolgte zunächst die Wohnungsübergabe. Es wurde bereits getragen, was getragen werden konnte und auch Open Air Konzerte hielten uns nicht auf.

Top Lage, mitten in der Altstadt, direkt gegenüber dem Haus der zwei Heiligen, im 2. Stock. Kein Parkplatz, kein Lift, keine Parkgelegenheit vor der Tür. Nett und freundlich zeigte mir die Hausherrin die nächste Gelegeneheit an der Strandpromenade, wo man temporär 15min das Auto abstellen kann. Das ganze um die 150m durch ein paar Gassen entfernt. Wer mich kennt: Ich war innerlich so am KOTZEN!!! Warum? Der scrollt nochmal hoch zum ersten Bild. Ich halte es kurz, ich habe über 30min gebraucht während alle anderen Yauschis das Auto beschützt hatten. In der Wohnung angekommen, suchte sich Emil für Luisa und sich ihr Zimmer aus und tobte erst einmal auf der Couch umher.

Papa durfte duschen, Mama ging zum Supermarkt und dann ging es zu gehobener Stunde raus zum Essen. Unsere Wohnung ist übrigens im rechten Haus, zweiter Stock, mit den offenen Jalousien. Innen alles super modern und geräumig, mochte man so zuerst gar nicht meinen.

Da alle Kredits der Geduld bei mehreren Yauschis verspielt waren, ging es in das erste Lokal, das Sirena zum Grillteller und Cevapcici. Es war „ok“…nicht mehr und nicht weniger. Nochmal werden wir sehr wahrscheinlich nicht hingehen.

Dafür gab es einen Lutscher für Emil und wir machten noch eine kleine Runde durch die Yachtpromenda von Poreč. Eis gab es natürlich auch und kurz vor der Abzweigung zu unserer Wohnung, musste wieder ein Spielplazt begutachtet werden.

Morgen schauen wir uns die Stadt dann nochmal frisch erholt an, wir haben auch hier wieder eine Zimmerteilung zwischen U18 und Ü18. Gute Nacht!

Letzter Italientag – auch wir sind lernfähig

Heute sollte die traute Zweisamkeit von Fjodor und mir gegen 4:30 Uhr vom Töchterlein unterbrochen werden und es wurden Kuscheleinheiten gefordert, aber dann noch einige Zeit weitergeschlafen. Emil gesellte sich dann gegen 8:30 Uhr zu uns und wir starteten mit unsrem gemeinsamen Terrassenfrühstück auf der Terrasse. Fjodor stellte auf dem Weg zum Semmelholen und noch eine Maschine Wäsche an, somit können wir morgen Italien mit wenig Dreckwäsche verlassen 😉 Apropos Semmelholen – Fjodor hats heute sehr gut mit uns gemeint und zwei riesen Semmeln, oder wollen wir es Brote nennen – geholt. Ich glaube, er will einfach morgen nicht wieder losdackeln müssen.

Luisa machte dann wie mittlerweile jeden Tag gegen 11:00 Uhr ihr Vormittagsmittagsschläfchen im Bett, Emil spielte mit Paul und wir packten die ersten Koffer, damit wir morgen pünktlich hier fertig zum Check-Out kommen.

Der Himmel war heute leicht bewölkt und somit die Temperaturen zumindest gefühlt ein wenig kühler – also hieß es für uns 4 „vamos a la playa“ (sorry, mein Spanisch ist dann doch besser, als mein Italienisch). Der Weg dorthin führte uns nochmal zum Stellplatz numero 290, um den lieben Oberhofers eine gute Heimreise zu wünschen. Dann war aber kein Halten mehr beim Obersandburgenbaumeister Emil und er forderte seinen Papa auf ihn tatkräftig zu unterstützen eine „Burg bis in Himmel“ zu bauen. Während die beiden in der mittlerweile doch ziemlich heißen Sonne buddelten, chillten Luisa und ich ein bissl im rar gesäten Schatten.

Da ja auch wir lernfähig sind und gestern (erneut) erfahren haben, dass unser Sohnemann besser ein Nickerchen macht, bevor wir essen gehen, sind wir gegen 15:00 Uhr dann auch zurück ins Cottage gegangen. Da wurden dann kollektiv alle vier Yauschis unter der Dusche entsandet und im Anschluß mit Essen versorgt. Und dann kam die große Herausforderung „Emil soll schlafen“. Was soll ich sagen – ach ich lass Bilder sprechen:

An seinen Wadeln sieht man übrigens eine kleine Auswahl der ca. 50 Moskitostiche, die der arme kleine Mann aktuell hat. Die Viecher sind hier echt eine Qual. Inzwischen werden auch Luisa, Fjodor und ich befallen.

Nachdem alle Mann ausgeschlafen und gut gelaunt waren, starteten wir nach Grado in die Altstadt – wir wollten noch bissl bummeln und zum Abschluß schön essen gehen. Luisa war heute ein absolutes Vorzeigebaby und mein Mamaherz platzt grad beim Schreiben bissl vor Stolz. Sie hat ja bisher nie so die große Leidenschaft für den Kinderwagen entwickelt, wie Emil sie immer hatte, aaaaaaber heute hat sie tatsächlich den kompletten Abend in Grado (ca. 18:30 Uhr bis 22:15 Uhr) einfach so seelenruhig drin gelegen und verpennt.

Die Altstadt ist wirklich hübsch mit vielen, kleinen verwinkelten Ecken und Gässchen.

Ein weiteres Highlight fanden wir zufällig, als wir um eine Ecke bogen: ein Figurentheater für Kinder! Emil war sofort davon gefesselt (anscheinend versteht er italienisch???) und wir mussten bis zum Ende dem Stück lauschen. Von der Rakete berichtet er immer noch.

Ein passendes Souvenir galt es auch noch zu finden und da auf unsrem neuen Kühlschrank zuhause noch soooooo viel Platz ist, durfte sich Emil einen Magneten aussuchen. Eine Krabbe, was auch sonst 😉

Es war bereits nach 20:00 Uhr und unsre Mägen knurrten langsam, aber zuverlässig. Auswahl an Restaurants gab es genug, aber es mussten dann doch ein paar Kriterien erfüllt werden: Kinderwagenparkplatztauglich, freie Plätze, nicht in der Hauptstraße, da Tourinepp, freundliche Bedienung (hier flog unsre erste Wahl im Nachhinein noch raus, da die Bedienung nur genervt von uns war, als wir nach freien Plätzen mit Kinderwagen fragten und sie die Augen verdrehte), bezahlbar sollte es sein (bei 5 Wochen Reisezeit ist ein Antipastipreis von 35€ dann doch bissl viel),….jaja, wir sind wählerisch! Haben dann aber doch noch einen schönen Platz im Savial gefunden und ließen uns gemischte kalte Antipasti, Frito Misto und Wolfsbarschfilet schmecken.

Emil hat den italienischen Rhythmus jetzt voll verinnerlicht und blieb bis zum Schluß quasi ohne Muh und Mäh in seinem Stuhl sitzen, las Bücher, machte Späßchen und schaute sich die Leute an. Von Luisa muss ich hier nicht mehr berichten – sie poofte friedlich weiter.

Gelati für die Yauschis musste natürlich auch noch her auf dem Weg zum Auto und wie man sieht, Emil hat einfach Energie für 2-3 Kiddies abundzu.

Zuhause angekommen nuckelte Luisa noch kurz an Emils Zehen (muss sie sich weniger krumm machen, als wenn sie ihre eigenen immer nutzt), es gab ein Traktorbuch als GuteNachtGeschichte und die beiden Zwerge waren wieder schachmatt. Wir werden auch bald in die Heia gehen, morgen ist ja wieder Reisetag – mit Zwischenstopp in Triest gehts weiter nach Porec in Istrien.

Nach müde kommt blöd

Wer auf der einen Seite bis 09:30 schläft und dann bis 18:00 sämtlichen Schlaf verweigert, wird zuerst ziemlich müde und dann ziemlich blöd! Die Eltern lernen es einfach nicht, dass Abends kein gutes Programm stattfindet, wenn man müde Kinder motivieren möchte! Aber von Anfang an…

Der Tag hat super begonnen, wir waren ja spät zu Hause und die Kinder entsprechend spät im Bett. Daher war Luisa gegen 08:00 erst wach und Emil mit mir erst um 09:30…das ist doch Urlaub! Da wir nichts, absolut nichts vor hatten, lebten wir ganz entsannt in den Tag rein. Ich holte erst mal Semmeln und im Haus wurde Frühstück vorbereitet. Nach diesen fanden sich mal wieder Paul und Emil zum kurzweiligen Spielen miteinander. Gegen 13:00 wurde zu Mittag gegessen, aufgrund des späten Frühstücks entsprechend mässig und anschließend die Sachen zum Strand gepackt. Da Emil und ich es die Tage fast geschafft hatten, sämtliche Kleidung dreckig zu machen, entschloßen wir 4€ in eine Wäscheladung zu investieren und den lokalen Waschsalon aufzusuchen.

Auf dem Weg hatten wir tatsächlich eine Gattung Wohnmobil gefunden, mit dem sich Frau Yauschew ggf. anfreunden könnte: Der Concorde Credo, ein Prachtmodel mit allem was das Herz begehrt. Fast neuwertig für nur 189.000€ auf Caraworld zu haben. Nun ja, falls das mal mit der eigenen Immobilie nicht klappt, evtl. eine Alternative fürs Alter.

Aufgrund der Mittagshitze entschieden wir uns erst einmal einen Abstecher an den Pool zu machen und dort im Schatten ein paar Liegen zu ergattern. War an sich am Kinderpool auch kein Problem und so lagen wir am Pool, spielten auf dem Spielplatz nebenan, sprangen wild ins Wasser oder gönnten uns ein Eis. Luisa machte Ihren x-ten Mittagsschlaf und holte nach einer Weile mit Julia die Wäsche.

Das tolle an dem größten Eis, was man dort kaufen konnte, war übrigens der Stiel! Im Pirulo Tropical war eine eingebaute Wasserspritze, mit der man prima sich, mich und andere Badegäste nassspritzen kann! Seltsamerweise, wird das nach ca. 186 Vorgängen langweilig und wir entschlossen uns beide, Mama war ja immer noch Wäsche aufhängen, an den Strand umzuziehen. Dort wurde von Oberbaustellenbauleitung Alexander gleich ein Unterauftrag an Emil deligiert und man begann mit den notwendigen Bauarbeiten.

Die Väter begnügten sich derweilit dem Bestaunen eines Fotoshootings einer leicht begleideten Badenixe, ganz in der Nähe. Ansonsten war der Strand wie leer gefegt. Zeit für Schattenspiele und Krabbenfangen.

Luisa schaute sich das Spiel geduldig an und Julia versuchte sich abschließend ebenso beim Krabbenjagen…allerdings mit mäßigen Erfolg.

Da wir den „genialen“ Plan hatten, auch mal außerhalb der Anlage Essen zu gehen, entschlossen wir uns relativ früh, gegen 18:00 heim zu gehen. Duschen, anziehen und los…von wegen! Bereits auf dem Heimweg sank die Laune von Emil mit jedem Meter und erreichte zu Hause letztendlich den Tiefpunkt. An Essengehen nicht zu denken! Nach müde kommt blöd und wir legten einen sehr späten Mittagsschlaf von 18:00 bis 19:00 him. Wahrscheinlich hätte Emil auch damit seine Nacht beginnen können und war nach dem Aufwecken nur mir ganz viel Mühe zu beruhigen und davon zu überzeugen, dass wir gerne auswärts in ein Fischrestaurant gehen möchten. Luisa hatte den ganzen Tag ausreichend gepennt und ignorierte das ganze Theater von Anfang an. An dieser Stelle, sei es mal wieder dem Wieso, Weshalb, Warum: Meer gedankt, dass wir aufgrund der dortigen kulinarischen Abbildungen los durften. Wir folgten dem Oberhofer Tipp zum l’Approdo ganz in der Nähe und waren bereit jeden Augenbick wieder umzudrehen, da die Laune sehr wackelig war. Dort angekommen erbarmten sich allerdings beide und wir hatten ein tolles und leckeres Abendessen zusammen. Luisa schlief bis auf ein kurzes Wiegen durch und Emil probierte die Miesmuscheln und Sardinen und fand diese „nomal“…was seine Art ist, zu sagen, dass er etwas toll findet.

Nach Primi, Secondi und einer Nachspeise waren dann alle satt und zufrieden und wir können das Lokal auch preislich sehr gut weiterempfehlen. Abschließend warfen wir noch einen Blick ins Wasser, wo sich die Quallen im Licht tummelten, glücklicherweise, war dies die andere Seite der Bucht und nicht am Badestrand!

Zu Hause angekommten blickten Emil und ich nochmal Sterne während Luisa als erstes bettfertig gemacht wurde! Emil freut sich jetzt zu Hause auf spannende Milchstraßenbilder von Hubert und mir. Am Ende regelte sich also zum Glück nach dem „blöd“ wieder alles ein und wir lernen hoffentlich für die Zukunft, für ausreichend Schlaf beider Sprößlinge zu sorgen! Jetzt sitzen Julia und ich nochmal draußen und gehen dann auch bald ins Bett, gute Nacht!

Keeeeenig ned da, aber dafür die Oberhofers

Heute sollte ein Tag der freudigen Überraschungen kommen.

Überraschung Nummer 1: Was ist mit unsren Kindern los? Fjodor und ich wachen beide gegen halb 7 auf und sind ganz verwundert, bisher hat sich keiner von den beiden seit 21:00 Uhr bemerkbar gemacht. Kein Pitstop von Luisa, kein Schrei nach Liebe von Emil übers Babyfon! Whooopwhooop, sie pennen beide bis kurz nach 7:00 Uhr durch. Urlaub für Eltern, Ausschlafen für Eltern, haha 😛

Nach ausgiebigen Gutenmorgenkuscheln und Kitzeln sitzen wir dann am Frühstückstisch und von Emil kommt in Dauerschleife der Wunsch, doch bitte zum Nachbarsbuben Paul (4 1/2 Jahre aus Grünwald) spielen gehen zu dürfen. Nachdem Paul sein Köfferchen mit Autos geholt hatte, gab es kein Halten mehr und die beiden verstanden sich blind: Unfall, Stau, Baustelle, Werkstadt, Schrottplatz, ….was man halt so spielt.

Dann kam auch schon Überraschung 2: Nadine und Flo melden sich bei uns auf unsren letzten Eintrag und meinen auf Stellplatz 290 wartet eine Überraschung auf uns! Wir sind wirklich überrascht und freuen uns sehr, dass die beiden mit Alexander zurzeit hier auch urlauben! Schaffen wir es daheim doch viel zu selten uns zu sehen – dann klappt es wenigsten hier in Italien! Wir verabreden uns für später – da unser heutiger Plan ja war “ den Keeeenig in Miramare“ zu besuchen.

Vorher macht Madamsi Luisa aber noch einen ausgiebigen Mittagsschlaf (Emil ist dankbar für weitere Spielzeit) und wir räumen bissl das Cottage auf. Gegen Mittag machen wir uns dann auf den Weg Richtung Triest und dem Schloß Miramare. Mal wieder schlafen beide Kinder hinten drin.

Beim Schloß angekommen sucht Emil die ganze Zeit den „Keeeenig“, der scheint aber aktuell auch im Urlaub zu sein und wir dürfen sein Schloß aber trotzdem bewundern und bestaunen.

Sowohl die Räunlichkeiten im Schloß, als auch die schönen Gartenanlagen haben wir im Laufschritt besichtig.

Eine kurze Kaffee- und Eispause war dann aber gottseidank noch drinnen, bevor wir gegen 15:30 Uhr wieder zurück zum Auto getrabt sind.

Ein kurzer Stop beim Supermarkt auf dem Heimweg und dann schnell rein in die Badehosen – wollten wir doch Familie Oberhofer noch am Pool treffen. Gesagt, getan! Und tatsächlich – Nadine, Flo und Alexander, da sind sie! Was ein schöner Zufall einem das Leben doch manchmal bietet! Alexander teilt sein Eis mit Emil, Nadine und Julia ratschen kurz, Fjodor schaukelt Luisa und Flo holt Getränke 😉

Wir verabreden uns für später bei Stellplatz 290 und wollen Pizza holen und einen gemeinsamen Abend verbringen. Also noch fix alle vier Yauschis unter die Dusche und die Kinderwagenbuggyboardkollone kann losziehen.

Auch hier hat Emil in Alexander wieder einen Experten mit Spielzeugautos gefunden und die beiden vergnügen sich im Vorzelt mit Alexanders Sammlung (oder verteilen zusammen Kopfnüsse an Fjodor). Luisa hat sich nach kurzem Gemauze ihrem Schicksal ergeben und liegt dann den Rest des Abends friedlich schlummernd im Kinderwagen.

Und plötzlich war es schon 22:30 Uhr und für die Zwerge wirklich Zeit ins Bett zu kommen. Kaum zuhause gabs hier doppeltes Koma (hoffentlich wieder ohne Pause in der Nacht) und noch eine Runde Terrassensitzen für die großen Yauschis.

Für morgen steht ein Poolstrandtag mit Faulenzen an. Buona Notte a tutti!

Der erste Tag am Meer

Einen Erholungsnobelpreis an den Erfinder, der verdunkelnden Vorhänge! Gut es war auch gestern Abend ziemlich spät für die Kids, dennoch ist es nicht selbstverständlich, dass wir bis kurz vor 09:00 schlafen durften. Julia ist in der Früh rüber zu Emil und ich hatte Luisa noch eine gute Stunde schlafend im Arm. Läuft im Urlaub!

Der moderne Familienvater geht morgens dann nicht nur Semmeln zum Frühstück holen, sondern bringt auch gleich 3 WLAN Voucher mit! Sobald die Luisa und Emil größer werden, übersteigen sicher irgendwann die WLAN Voucher die Anzahl der Semmeln!

Da heute nichts auf dem Plan stand, gingen wir den Tag ganz langsam mit dem Frühstück an und Emil konnte im Garten vor dem Haus auf Spiel- und Entdeckungsreise gehen.

Neben der üblichen Baustelle, die überall aufgefahren wird, haben wir uns auch ausgiebig den kleinen Helfern im Garten gewidmet: Den Ameisen! Eine spannende Straße war schnell ausfindig gemacht und wir lagen eine ganze Weile im gemütlichen Kunstrasen und schauten uns die transportierten Schätze dieser an. Da eindeutig zu wenig unterwegs war, entschied sich Emil zum einen seine restliche Gurke zu teilen und auch der Löffel mit der Marmelade wurde Stock für Stock abgekratzt und den Ameisen auf den Weg gelegt. Glücklicherweise waren die Schmerzen im linken Bein oder Fuß während dem Spielen entweder weg oder die Ablenkung war groß genug. Mit ein wenig Sorgen hatten wir beim Aufstehen leider feststellen müssen, dass hier leider noch etwas den kleinen Mann von gestern plagt.

Da wir ein bissl trödelig mit der Zeit waren und die Mittagshitze bereits da war, entschlossen wir uns einkaufen zu fahren. Der näheren Supermärkte hatten teilweise bereits über Mittag geschlossen, so dass wir auf Nummer sicher zum Aldi gefahren sind. Dieser gestaltete sich nicht nur obsttechnisch groß…

Sondern verfügte auch über eine Sorte alkoholfreies Bier…eine Sorte! Wie manche mitbekommen haben, hatte ich mit Hubert zusammen die glorreiche Idee 4 Monate lang eine Alkoholpause einzulegen, ja über den Sommer, ja über den Urlaub und erst Mitte Oktober gibt es wieder gscheites Bier. Bis dahin verwöhne ich meinen Gaumen mit Fundstücken wie diesem:

Gegenüber unserem Haus war auch eine Familie mit einem kleinem Sohn eingezogen, ebenso aus München. Die Kinder pflegten seit gestern schüchternen Blickkontakt, aber so richtig traute sich keiner zum anderen. Also mit Papas Hilfe und Frontlader in der Hand bewaffnet rüber zum Hallo sagen. Es wurden die eigenen Bälle über die kleine Hecke geworfen und so kam man sich näher und schmiedete einen noch besseren Plan. Die Bewässerung war gerade angegangen und beide entschlossen sich lieber gemeinschaftlich ihre Papas kräftig nass zu spritzen, Material bekamen Sie natürlich von den Betroffenen selber.

Luisa war heute damit beschäftigt ihre Robbbewegungen weiter zu üben und wälzte, robbte, kugelte durch die Wohnung, bis sie sich selbst im Spiegel wieder fand und sich über die „neue Bekanntschaft“ freute.

Die Spritzspiele des großen Burders wurden dann durch das Mittagessen unterbrochen, wie gewünscht gab es kleine Nürnberger mit Kartoffeln. Direkt danach ging es dann wieder zu Paul, so hieß der kleine Sohn gegenüber, rüber. Leider diesmal mit mäßigen gemeinsamen Spielerfolg. Paul lockte und trotzte anschließend, so dass wir dann weiter zu Boris aus der Slowakei gegangen sind. Dieser hatte auch seinen Fuhrpark im Garten aufgestellt und war zu einem temporären Tausch zwischen seinem Kipper und Emils Frontlader bereit. Die beiden spielten eine ganze Weile ihr übliches Baustellenspiel in der Bepflanzung, bevor wir dann gegen 16:30 dann doch mal zum Strand gehen wollten.

Dort angekommen, gab es dann endlich alles , was er aus seinem Wieso, Weshalb, Warum: Am Meer bereits in liebevoller Vorbereitung vor dem Urlaub kennengelernt hat. Generell sind die Bücher in so unheimlich vielen Situationen toll um die kleinen an bevorstehende Ereignisse vorzubereiten, ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, wie viele wir mittlerweile haben. Am Strand hieß es dann natürlich eine Sandburg bauen.

Aber auch die Krabben wurden im Meer gefunden und im Eimer der Mama und Schwester präsentiert. Nachhaltig wie unser einer jedoch ist, wurden diese direkt im Anschluss wieder im Meer in die Freiheit gelassen, damit diese rechtzeitig zum Abendessen zu Hause sind.

Luisa war zumindest eine Weile ganz gut im Kinderwagen geparkt, bevor Sie sich das Treiben von der Matte zusammen mit Julia anschauen durfte.

Bevor es dann noch abschließend in den Swimming Pool ging, musste natürlich auch am Strand der Spielplatz angemessen bespielt werden.

Auch wenn die Anlage eine riesige Camping Anlage ist, für Kinder ist an jeder Ecke etwas geboten! Im Pool haben wir dann auch gleich die neue Schwimmweste ausprobiert, die wir noch kurz vor dem Urlaub gekauft hatten, da die Schwimmflügel bei seiner letzten Arschbombe sich von den dünnen Armen verabschiedet hatte. Das Model ist auf jeden Fall im höchsten Maße bei uns durchgefallen: Splash About Schwimmhifle Jacke. Emil ist damit überhaupt nicht zurecht gekommen, es hat ihn ständig mit dem Kopf unter Wasser gedreht und nach ein paar Minuten war der Spaß dann vorzeit vorbei. Ja es steht bereits auf der Weste, dass sie nicht vor Ertrinken schützt, aber in dem Fall war Sie überhaupt keine Hilfe. Ab morgen gibt es wieder seine Schwimmflügel!

Da es wieder recht spät wurde, bis alle vier fertig nach dem duschen waren, wurde Papi zum Pizza holen geschickt. Diese haben wir dann draußen auf der Terasse verdrückt und auch wenig später waren alle Kinder inkl. Julia in einem tiefen festen Schlaf. Ein abschließendes Highlight gab es aber noch, auf den Pizzaschachteln war „Mario“ der Pizzabäcker abgebildet, den wir nach Emils Wunsch an die Wand hängen sollen. Wir überlegen mal, wo der zu Hause ggf. hinpassen könnte. In diesen Sinne, gute Nacht, ich genieße noch ein wenig meine Karlskrone auf der Terasse.

Julia auf dem Campingplatz

Und schon war wieder ein Tag des Bettenwechsels gekommen und es hieß für uns „arrivederci venezia“. Schnell war unser reduziertes Gepäck in unsrem Airbnb-Appartment gepackt. Mit Chiara, der Verwalterin, hatten wir per Whatsapp vereinbart, dass ab 10:00 Uhr der Putztrupp kommen kann, wir allerdings erst bis 11:00 Uhr die Wohnung räumen müssen. Nach und nach trugen Emil und Fjodor unsre Sachen in die teilweise überflutetet Tiefgarage (das Gewitter vergangene Nacht war wirklich richtig heftig und direkt über uns in Mestre) und wir Mädels bewachten den Rest im 1. Obergeschoss. Um 11:30 Uhr war alles verstaut, Proviant im Supermarkt besorgt und los gind die kurze Fahrt nach Grado. 120km, 90 min – ein Kinderspiel für uns. Und für unsre Reisebabys erst recht. Luisa hat schon in der Tiefgarage in Mestre die Segel gestrichen und Emil hat die Autobahnauffahrt mit Salamisemmel in der Hand auch nicht mehr wach erlebt. Perfekte Bedingungen also für uns und unsre Fahrt.

Kurz nach 13:00 Uhr erreichten wir auch die Einfahrt vom Tenuta Primero, wo wir uns für die kommenden 5 Nächte auf dem Weg nach Istrien eingebucht haben. Leider war unser Marina Cottage noch nicht bezugsfertig, sodass wir uns die Zeit im Centrum von Grado vertreiben wollten. Am Parkplatz angekommen, suchten wir kurz eine freie Parklücke als aufeinmal ein österreichisches ausparkendes Auto uns winkte. Wir dankbar über die Nettigkeit wurden nochmal überrascht, als der Sohn der Familie ausstieg und uns das noch gültige Parkticket geschenkt hat. Es gibt auch echt nette Leute!

Luisa also ab in den Kinderwagen, Emil an die Hand – dann suchen wir also mal dieses ominöse Meer! Ich glaub ja, Emil konnte sich bis dahin gar nicht richtig vorstellen, was ihn erwartet. Aber neugierig wie er ist, rannte er dem Ziel entgegen.

Als wir mit unserer Eispause in der Fußgängerzone fertig waren, rief auch schon die Rezeption unserer Unterkunft an, dass wir kommen können. Wir beendeten aber noch unseren Spaziergang an der Strandpromenade und liefen dann durch schwitzige 34 Grad zurück zum Auto.

Schnell war der Schlüssel für unser Cottage geholt und wir erkundeten den Weg zu unserem Cottage. Ein süßes, nagelneues Häuschen mit 2 Doppelzimmern, 2 Bädern, 3 (???) Fernsehern, Küche und hübscher Terrasse mit 2 Sitzecken und 3.781.424 Moskitos, die hier auch leben. Davon hatte ich im Vorfeld schon gelesen – mal schauen, ob die Flasche Antibrumm reicht, die wir dabei haben.

Da die Unterkunft zwar in der Grundfläche klein ist, aber viel Stauraum bietet, konnten wir tatsächlich das gesamte Gepäck verstauen. Emil und Fjodor gingen schon mal auf die Suche nach Pool, Spielplatz und Meer, während Luisa und ich noch die Klamotten verräumten.

Wir folgten den beiden dann am späten Nachmittag und die Kinder konnten beide das erste mal Bekanntschaft mit der Adria machen.

Da die Abendessenszeit in großen Schritten näher kam, wagelten wir also zurück über die Anlage zu unserem Cottage. Ich will jetzt wirklich niemanden zu nahe treten oder gar verletzten, aber mir wurde jetzt klar, wo wir gelandet sind: Auf dem Campingplatz – meinem persönlichen Alptraum! Jeder der mich kennt, weiß es – gerne einfache Unterkünfte, aber kein Camping! In unserem abgetrennten Bereich mit den Blockhütten merkt man es nicht, aber jenseits der Schranke: Camper mit Vorgärten, Gemeinschaftsduschen…ich weiß, wir haben auch viele Freunde, die diese Art von Urlaub mögen und machen, aber es ist einfach nicht meins!

Ein weiteres Highlight der Anlage, das wir höchstwahrscheinlich verschmähen werden, ist das Animationsprogramm, dass direkt hinter unserem Häuschen stattfindet, in dezenter italienischer Manier 😉

Gegen 20 Uhr waren also alle Yauschis frisch geduscht und entsandet und wir wagelten zum Restaurant der Anlage. Ein ganz nett gestaltetes Lokal mit großer offener Terrasse, wo wir uns die Brise vom Meer um die teilweise vorhandenen Haare wehen lassen konnten. Das Essen schmeckte auch und die Kinder waren dann um die Uhrzeit auch schon sehrsehrsehr müde und strichen die Segel. Emil durfte den Heimweg mal wieder nach langer Zeit in seinem Kinderwagen verbringen und Luisa genoß es von Papa getragen zu werden.

Kaum in den eigenen 4 Wänden angekommen, fielen beide ins Koma. Beide zusammen in einem Zimmer! Das heißt, die erste Nacht seit Luisas Geburt, ohne Kind im Zimmer! Uiuiui! Wird schon werden! Und wir haben ja verdunkelnde Vorhänge, juhu!

Dann mal gute Nacht ihr Lieben!

Venedig, die Stadt der 1000 Hydranten

Fensterläden zu…Fensterläden auf? Wie auch immer, die Entscheidung diese auf zu lassen um, wie die Tage zuvor, gegen 6:30 – 7:00 von unseren Kindern geweckt zu werden, ging leicht über das Ziel hinaus. Herzlichen Glückwunsch zu 05:30! Da ich keine Hoffnung auf weiteren erholsamen Schlaf hatte, bin ich mit Emil aufgestanden. Buch lesen und eine Kleinigkeit frühstücken für Emil, Kaffee für mich! Julia hatte Luisa dann um 06:30 im Schlaf und konnte immerhin bis 07:15 weiterschlafen.

Kurz nach acht, dann das erste Highlight für unsere Dorfkinder: Straßenbahn fahren rein nach Venedig. Die Citytour Tickets inkl. Wasserbus in Venedig gab es für 20€ pro Nase im Tabacco Laden gegenüber der Unterkunft, die Haltestelle Volturno war gerade mal weitere 100m entfernt. Es dauerte keine 18 min bis wir an der Endstation Venezia angekommen sind. Jeder der Haltestellen wurde mit einem energischen „Weiterfahren“ kommentiert!

In Venedig angekommen, mussten wir dann zunächst das richtige Frühstück nachholen, Emil war ja bereits eine Weile wach und hatte wieder Hunger. Um eine hungerbedingte Eskalation zu vermeiden, entschieden wir uns für das mäßige aber funktionale Frühstück direkt an den Haltestellen. Ich sag mal so, Schinke-Käse-Ketchup-Majo-Toast schmeckt unserem ziemlich gut! Dann ging es ohne größeren Plan mit bewährter Kraxn und Manduca Kombination in Richtung Markusplatz mit Umweg über die Rialto Brücke. Mit stetiger Überzeugungsarbeit durfte Emil in weniger überlaufenen Ecken alleine durch Venedig marschieren und bei größeren Menschenmengen entweder bei Mama oder bei Papa an der Hand gehen. Sollte es tatsächlich mehr Widerstand gegebenhaben, so war die Androhung in die Kraxn gehen zu müssen ausreichend, um ihn wieder an der Hand zu haben.

Luisa klebte währendessen in mittlerweile gewohnter Haltung an Julia und schlief die meiste Zeit wieder durch.

Apropos kleben, Emil hätte nicht nur an jeder Brücke stundenlang verweilen können um die Boote anzuschauen, auch die kleinen süßen roten Hydranten hatten es ihm angetan. Es wurde jeder…JEDER kleine süße Hydrant, dem wir auf dem Weg begegneten, oder auch nur irgendwo erahnen konnten herzlich umarmt!

Die Liebe zu den Booten ging so weit, dass es uns nicht gelang ein einziges Familienselfie mit dem Jungen und uns Dreien zu machen! Also mehr innige Zeit für Julia und mich.

Das viele Laufen machte irgendwann müde und wir wollten vor dem Markusplatz, abseits der Massen, etwas kleines essen. Die Pizzeria Birreria Barbanera kam dabei irgendwann sehr recht und es gab Pizza und fritierten Tintenfisch…achja und natürlich auch ein Puzzle dazu. DAS Puzzle dazu!

Ein paar Meter weiter waren wir dann beim Markusplatz. Ein Foto auf dem Löwen, eins in der Taubenmenge und dann waren die Beine des kleinen Mannes doch irgendwann zu schwer und die Kraxn bekam ihren ersten Einsatz!

Da hochheilig die Tage zuvor Bootfahren versprochen worden ist, mussten wir dieses Versprechen nun langsam einlösen. An der Station S. Zaccaria ging es dann in die Linie 2 der Wasserbusse um eine Tour entlang des großen Kanals durch die Altstadt zu machen. Mit der Fahrt durch die Altstadt ging es zum großen Hafen. Dort lagen tatsächlich 7 der großen Kreuzfahrtschiffe an, die Venedig wortwörtlich überrollen!

Da der Tag bereits ziemlich lange für die Kids (und uns) war und wir aus Berchtesgaden, so manches Verhalten in den Abendstunden erahnen können, entschlossen wir uns bei der Station Zattere auszusteigen und gemütlich zurück zur Straßenbahnhaltestelle zu laufen. Kraxe war natürlich erst mal nicht angesagt, wurde aber nach halber Strecke bereitwillig akzeptiert und dann kam er, der lang erwartete komatöse (Nachmittags-)Schlaf und das bis zum Abstellen der Kraxn in der Wohnung inkl. Tramfahrt! Bei dem Laufpensum heute sicherlich nicht so überaschend. Wieviel genau, versuche ich noch nachzuvollziehen.

Einige extra Meter kamen bei Emil noch dazu. Ein spontaner Fussballkick mit einem britischen Buben in seinem Alter und dem allseits bekannten und über Generationen betriebene Kindersport „Taubenjagen“ dürfen hier nicht vernachlässigt werden.

Da der Schlaf noch geglückt ist, war der Plan abends bei uns in Mestre essen zu gehen. Leider kam ein Gewitter dazwischen, so dass wir uns für den nahgelegenden Supermarkt entschlossen haben und dem Wunsch nach Bratwurst und Kartoffeln (das Wort „Biergarten“ fiel in diesem Zusammenhang auch) nachgekommen sind.

Für einen ersten Städtetrip zu viert hat das aus unserer Sicht heute prima funktioniert, Emil fand den Tag wieder super und Luisa konnte sich abends auch noch fleißig auf der Spieldecke ausstrampeln. Da sie so gerne schon was zwischen die zahnlosen Kauleisten bekommen wollen würde, hat Julia im Supermarkt verzweifelt nach der ersten Breiwahl Deutschlands gesucht: Pastinake! Naja, in Italien bekommen die Babys wohl eher püriertes Pferd – ja ihr lest richtig PFERD, anstatt Pastinake. Dann muss sich Luisa wohl doch vorerst noch gedulden!

Heute ist die Jalousie definitiv zu und wir hoffen auf eine längere Nacht, bis acht wäre doch mal super!