Schlägerei im österreichischen Wald!

Der Morgen startet mit einem kleinen, ich nenne es Missverständnis. Um halb acht wollte Julia die Betten tauschen und brachte anschließend den Vorschlag, ich solle doch Luisa übernehmen. Ganz verwirrt und schlaftrunken schenkte ich dem Vorschlag wenig Wertschätzung entgegen und verkroch mich zu Emil. Muffiger Morgenyauschi!

Ein knapped Stündchen später weckten Emil und mich dann Luisas zarte Schreigesänge und ich wurde von einem lachenden Emil angestrahlt. Der verlangte natürlich wieder sein Müsli und war einverstanden, dass wir Luisa wieder mit zum einkaufen nehmen. Nur die Manduca sollte gegen den Kinderwagen ausgetauscht werden, was Luisa nach 5 min dankbar für ein Schläfchen annahm. Der große Bruder kann halt schon so toll schieben, wer schläft da nicht ein.

Bei seinem zweiten Frühstück haute Emil überraschenderweise nochmal ganz gut rein, während wir uns für die finale Route entschieden. Luisa wurde samt Kinderwagen einfach im Schlafzimmer geparkt und schlummerte noch kurz weiter. Wir entschieden uns mit dem Auto zum Wurzenpass zu fahren, der bereits auf österreichischer Seite liegt. Von dort aus war die Dreiländereckhütte unser angepeiltes Ziel. Fix waren die Sachen gepackt und es ging keine 10 Minuten bis zum Parkplatz am Pass.

Oooh noooooo! Der gemütliche Forstweg war aufgrund von Schlägereien (österreichisch: Waldarbeiten) gesperrt, wie uns unser Wanderführer ausführlich erklärte. Also bogen wir auf Weg 603 in den Wald ab und begannen bereits nach wenigen Metern zu stöhnen.

Die Wanderung hatte laut Prospekt den doppelten Schwierigkeitsgrad von vorgestern. Ganze zwei von fünf Wanderwichteln heute also! Dafür gab es auf dem Weg jede Menge für Emil zu bestaunen. Pilze in allen Farben und riesige Ameisenhügel verzückten unseren Sohn. Tja und Luisa, ist halt ein Manduca Baby und schlief.

Nach knapp neunzig Minuten war der rettende Forstweg wieder erreicht und Emil durfte nach einer Pause in der Kraxn wieder alleine weiter laufen.

Jetzt auch endlich mit Fernsicht auf das beeindruckende Karawankengebirge.

Ab jetzt war es doch die erhoffte leichte Wanderung und recht fix haben wir die Bergstation erreicht. Da wir allerdings weit in der Nachsaison waren, war der Betrieb bereits eingestellt. Zum Glück war die angestrebte Hütte nur noch wenige Minuten entfernt. Immer an der Grenze zwischen Slowenien und Österreich entlang freuten wir uns auf kalte Getränke und ein paar leckere Speisen.

Aus der Ferne wirkte alles noch wie geschlossen, immerhin haben wir bis jetzt auch nur zwei andere Wanderer auf dem Weg getroffen. Dann aber offenbarte sich das Paradies! Bereits aus der Ferne würde der Spielplatz und die erkennbare Rutsche gefeiert, aber es sollte noch besser kommen.

Ein SANDKASTEN! Und was für einer, feinster trockener Sand und haufenweise Spielzeug! Alles nur für diesen einen kleinen Besucher! Ratet mal, wer für den gesamten Besuch diesen Platz nimmer verlassen hatte und dafür Gulaschsuppe und Apfelschorle stehen ließ! Luisa dagegen genoss die Pause mit uns in der Sonne und bereitete Julia ein ganz besonders großes Geschenk. Am Ende wusste man an Julia nicht was Gulaschsuppe ist und was von Luisa stammte. Bodylos ging es dann für die kleine Maus weiter.

Da die Hütte um 16.00 bereits schloss, hatten wir auch gar nicht Unmengen an Zeit dort zu versandeln, so dass wir wieder zum Abstieg zusammen packten. Mit stetigen Ansagen „noch 20, 15, 10, 5, 5, 5, … , Minuten“ konnte Emil sich trotz großem Trennungsschmerz von seiner Baustelle losreißen.

Emil lief wieder ein Riesenstück alleine, bevor es dann auf den Waldwegen doch zu gefährlich für ihn wurde. Wie unschwer erkennbar ist, sind beide Stöcke nach wie vor fest an unserer Seite und waren auch für den Abstieg sehr hilfreich.

Kurz nach sechs waren wir wieder beim Auto und so schnell vergingen wieder fast sechs Stunden in den Bergen. Heute dennoch deutlich entspannter. Da mal wieder auf Mittagsschlaf verzichtet worden ist, holten wir etwas beim örtlichen Thai zum mitnehmen. Zu Hause glich es einer Raubtierfütterung und wir werden die Nacht noch viel Spass mit Reis in jeder Ecke der Wohnung haben. Wie versprochen ging es dann nochmal für die Jungs in den Pool, der wieder mit warmen 38 Grad für uns vorbereitet worden ist. Ein paar Arschbomben und Tauchgänge später wurden alle kleinen Yauschis abgeduscht und wie erwartet in Rekordzeit im Lummerland abgegeben. 20:45 und Julia und ich sitzen mit dem Babyfon zu zweit im Whirlpool. Danach noch ein Feuerchen und morgen geht es dann bereits zum letzten Stop auf unserer Reise, zwei Nächte in Kitzbühel stehen an!

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