Ok, heute sollte ein neuer Siebenschläferrekord der Yauschimänner aufgestellt werden. Nachdem Lulu und ich gegen halb 8 auf die Couch sind, um weiter an ihren Babyyogaübungen zu arbeiten: Pamperspopo in die Höhe und gleichzeitig Nase in die Matraze bohren, im Wechsel mit Arme strecken, Kinn in die Höhe und den Hintern nach hinten schieben, wanderte Fjodor wieder zum allmorgendlichen Kuscheln zu Emil. Nuja, aus dem Kuscheln wurde Tiefschlaf und wir weckten die beiden dann um 10:15 Uhr. Ganz verwundert wurden wir mit 4 großen Augen angestarrt, als wir Frühstück einforderten.
Dann ging alles seinen gewohnten Lauf: Emils Müsli wurde verschlungen, ein kurzes Hinundher, wer mit zum Bäcker gehen mag (heute entschieden sich beide Kids dazu den Papa zu begleiten). Ich sortierte derweil einen Teil unseres Gepäcks, da wir einiges jetzt definitiv nicht mehr brauchen werden die letzten 5 Tage. Die Temperaturen sind jetzt schon deutlich kühler und wie Emil mehrmals am Tag betont, wenn er herabfallende Blätter sieht „der Herbst kommt“.
Unsere Beine sind noch bissl schwer von unserer unerwarteten Marathontour gestern, sodass die heutige Unternehmung als Attribute kinderwagentauglich, flach, schnell erreichbar haben sollte. Nach kurzer Recherche fiel die Wahl auf das Städtchen Bled und den dazu gehörigen Bleder See. Eine gute halbe Stunde Autofahrt sollten machbar sein. Die Wolken hingen heute schon den ganzen Vormittag sehrsehr tief und verhinderten den Blick auf das Krawankenprofil, das uns gestern noch die ganze Wanderung beglitt.
Gegen 13:00 Uhr war die Familie dann abfahrbereit. Nach 8 km fiel Fjodor ein, dass seine Regenjacke zuhause liegt – also: umgedreht und eingepackt. Da wir nur noch 9€ Bargeld hatten, musste zuerst ein Geldautomat gefunden werden und dann ein Parkplatz in Seenähe. Beides war gegen halb 3 geschehen und wir wagelten los zur Seepromenade.


Noch konnte man die Burg von Bled auf ihrem Felsen sehen, die Wolken kamen jedoch immer weiter runter.

Die Insel Blejski Otok im Bleder See ist tatsächlich die einzige natürliche Insel ganz Sloweniens.

Emil war heute (größteils der Zeit) begeisterter Buggyboardpilot, sodass wir die komplette Umrundung mit ihren 6km easy schaffen sollten. Eine kleine Kaffee- Still- und Eispause war da auch noch drin.

Seit ein paar Tagen ist Emil begeisterter Handyfotograf und eifert Fjodor ambitioniert hinterher. Die Kunst besteht dann eher darin, ihm das Handy wieder abzunehmen und die zig Serienaufnahmen von zum Teil 100 Serienbildern zu löschen. Ein kleiner Abriss seiner Kunst, soll euch aber nicht vorbehalten werden:



Luisa hatte sich nach anfänglicher Verwirrung: Warum heute keine Trage und warum heute Kinderwagen??? Dann hatte sie sich doch ihrem Schicksal ergeben und alle Viere im Kinderwagen von sich gestreckt und geschlafen..bis….ja bis der Bruder es lustig fand mit seinen eiskalten Händchen die kleine Schwester zu ärgern und somit zu wecken! Da wars aus mit der Ruhe. Aber wir waren eh schon auf dem letzten Drittel und somit auf der Suche nach einem passenden Restaurant, wo wir heute abendessen wollen.


Nach kurzer Recherche auf tripadvisor und google entschieden wir uns für das Spica. Viele Tische waren reserviert, aber wir durften an einem Vierertisch Platznehmen. Für den Kinderwagen war ein Platz gefunden, Emil bekam einen Kinderstuhl und so konnten wir auch schon die Tapasplatte für 2 für uns 3 als Vorspeise bestellen. Von den frittierten Zwiebelringen sahen Fjodor und ich keinen mehr 😉 Alles war sehr lecker und wir freuten uns schon auf die Hauptspeisen: Fjodor hatte slowenische Teigtaschen gefüllt mit Kartoffelkräutern und ich Fuzi (hausgemachte Nudeln) mit Scampis. Alles hat wirklich super geschmeckt, die Bedienung war sehr nett – Emil bekam erst ein Bild zum Ausmalen und dann am Ende noch 2 Überraschungseier (heute war sein Ü-Ei-Tag nachdem er Fjodor heute morgen schon beim Einkaufen eins aus der Hüfte gelabert hatte). Fjodor war erneut sehr tapfer: Das Lokal hatte 37 verschiedene (u.a. auch Ayinger) Biere und 54 Brandys im Angebot – aber er zieht seine 4 alkoholfreien Monate knallhart durch.
Um kurz vor 8 wagelten wir durch den Nieselregen zum Auto und machten uns mit zwei schlafenden Kindern auf den Rückweg nach Kranjska Gora. Glücklicherweise fing der Stau Richtung Villach erst ein paar Meter nach unserer Ausfahrt an. Die Anzeigebanner über der Fahrbahn wies schon auf die Sperrung des Karawankentunnels hin. Es bleibt spannend, ob wir am Freitag einfach so nach Kitzbühel kommen. Wenn ich das auf die Schnelle richtig gecheckt habe, müssen wir nicht durch og. Tunnel. Schnell waren die Zwerge im Land der Träume und wir beide im Whirlpool. Leider heute nur bei 36 Grad, da der Verwalter (?) der Anlage uns schon angekündigt hatte, dass er frisches (kaltes) Wasser nachgefüllt hatte. Brrr! Also doch wieder Feuerchen an und überlegen, was wir morgen machen. Irgendwas mit Berg? Mit der Gondel auf den Vogel rauf? Wanderung zur Dreiländereckhütte? Wanderung zum Wasserfall? Wir werden sehen….



Pingback: Und da sind wir wieder :-) – Yauschis in Europa 2019