Salamisteine

Und schon begann Tag 5 für uns auf Krk. Luisa hatte ab 6:00 Uhr ein verstärktes Kuschelbedürfnis und nahm den Platz in der nichtvorhandenen Besucherritze ein bzw. durfte ich ihr Kopferl in der Magengegend und Fjodor Tritte ihrer Füsse im Rücken spüren. Eine Stunde konnte ich sie noch zum Dösen überreden, dann war es aber auch genug mit langweiligem Rumgeliege. Die Herren der Schöpfung schnarchten dann noch bis halb 9 im Duett (naja, nur einen hörte man durch die Wohnzimmertür röhren).

Nachdem Emils erster Hunger mit einer riesen Ladung Müsli gestillt war und wir die erste Tasse Kaffee intus hatten, begaben sich die Yauschimänner wieder zum Bäcker.

Wer früh aufsteht, muss auch früh das erste Schläfchen halten. Von Papa in den Schlaf geschaukelt, war das für Luisa auch bald der Fall. Währenddessen fand hier im Wohnzimmer wieder eine kleine Kinderdiskoparty statt (Videos hiervon sind der Zensur zum Opfer gefallen, da ich heute dran war mitzutanzen).

Der Wetterbericht für heute schwankte die ganze Zeit zwischen 20% und 95% Regen-/Gewitterwahrscheinlichkeit. Also alles oder nichts! Bevor hier noch einige einen Lagerkoller bekommen, beschlossen wir – nachdem alle wieder wach waren – Richtung Vrbnik zu fahren und uns die „Burgstadt“ anzuschauen, da es für Strand heute dann doch zu kühl war.

Natürlich schlummerten beiden Hinterbänkler relativ schnell ein, als der Motor lief. Da Fjodor einen Fotospot im Internet auserkoren hatte, hinten nachwievor alles ruhig war, stellte er uns 3 auf dem Parkplatz und ab versuchte den richtigen Winkel zu finden. Er fand den notwendigen Ausguck für dieses Sonnenaufgangsbild nicht und kam somit unverrichteter Dinge wieder zu uns zurück. Nachundnach öffneten Emil und Luisa ihre Augen und wir machten uns auf die Suche nach einem geeigneten Parkplatz in Vrbnik.

Zu Fuss ging es weiter in das kleine, verwinkelte und wirklich süße Dörfchen. Vor der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt waren rosa-weiß gesprenkelte Steine verlegt. Was sagt unser Wurstfreund Emil? „Papa da Salamisteine“. Ja alles klar, da wissen wir wo die Prioritäten liegen.

Weiter gings bergauf und bergab durch die Gassen, bei mittlerweile sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein. Sämtliche Gewitter zogen an uns vorbei nach Norden.

Und dann sollte der Augenblick kommen, an dem wir Emil dann doch durchschaut hatten. Er wollte unbedingt in einen „Biergarten“ was essen. Mir kam das schon bissl spanisch vor, da er zuvor noch eine Semmel verdrückt hatte und eigentlich keinen Hunger haben sollte. Da er aber so energisch in jedes Restaurant rannte und Essen einforderte, fanden wir uns sogleich auf der Terrasse des Nada wieder. Goldbrasse und Ravioli waren schnell bestellt – wer war nach ein paar Bissen fertig? Genau der Miniyauschi! Aber es gab ja auch noch Apfelschorle und nicht nur langweiliges Wasser, wie im Rucksack. Auf die Nachfrage , ob wir deswegen hier sitzen, konnte er dann doch nicht mehr schwindeln und gab es zu. Ha, erwischt und überführt! Der Lump!

Am Nebentisch beim Essen sassen ein Pärchen (um die 50) aus Köln und ein schwules Pärchen (irgendwas in den 30er und 40ern) ebenfalls aus Köln. Die 4 haben sich wohl hier im Urlaub kennengelernt und laberten das gesamte Restaurant in ihrer Weinlaune zu. Ich kann gar nicht mehr alle Themen zusammenfassen – es ging darum , dass sie Kinder hassen, die Kinder sie aber lieben. Dass der Neffe ein verwöhntes Arschlochkind sei. Der eine von dem Männerpärchen prahlte nur mit seinen Autos, die er immer fährt. Als sie dann endlich den Abgang machten, sahen sich alle verbleibenden Gäste (nur Deutsche) auf der Terrasse an und atmeten tief durch und schüttelten im Kollektiv den Kopf. Unglaublich wie 4 Personen ein ganzes Lokal nerven können. Ich hab mal versucht ein Foto aus der Hüfte raus zu schießen, damit ihr Gesichter dazu habt 😉

Frisch gestärkt blieb uns noch ein Highlight des kleinen Dorfes zu erkunden. Die engste Gasse der Welt mit einer Breite von 43cm an der engsten Stelle. Spätestens hier waren wir von unserer Entscheidung heute auf die Manduca und nicht den Kinderwagen zu setzen überzeugt – auch wenn wir die anderen Eltern zum Teil mit den Buggys dort umdrehen sahen.

Jetzt war es so warm mittlerweile, dass wir uns ein Eis als Abkühlung von Innen verdient hatten. Ich hab mich dann mal für einen Haufen eisgekühlte Hundekacka, ähm ich meine natürlich dark chocolate entschieden.

Auf dem Heimweg planten wir das nächste (gestern schon bei Emil angeteaserte Highlight): eine Fahrt mit dem Semi-Uboot. Marlin Am Hafen in Krk angekommen, besorgten wir Tickets für die große 45 Min-Fahrt um 18:00 Uhr. Es blieb noch Zeit für einen kurzen Bummel und ein Getränk im Secret Garden.

Und dann gings auch schon los, rein ins Uboot.

Der erste Fischschwarm ließ auch nicht lange auf sich warten und schon wie bei den Delfinen wies Emil alle Mitfahrer auf jedes einzelne Tier hin. Luisa war auch ganz aufmerksam dabei, bis der Milchhunger sie überkam, aber die Milchbar ist ja immer und überall zur Stelle auch im Uboot.

Nach den Fischen kam leider nicht mehr viel. Die versprochene Erlebniswelt unter Wasser, die die 15 Min und 20 Kuna/Person ausmachten, war dann bissl ein Witz: eine Schatztruhe, ein Anker, … am Boden, that’s it. Die Meerjungfrau, die normalerweise hier noch ihre Runden dreht, war heute nicht da. Nuja, die Kinder waren begeistert und uns hats nicht wehgetan (wobei der geschwätzige Franke neben mir immer ruhiger und verschwitzter wurde und dann zu seiner Frau meinte, er muss jetzt rauf an die frische Luft).

Als wir wieder an Deck waren und in den Hafen einliefen sahen wir das:

Die Welt drohte ganz bald unterzugehen und wir gaben Gas um fix in unsre nahgelegenen vier Wände zu kommen. Kaum drin ging das Gewitter auch los. Seitdem schüttet es und donnert und blitzt wie verrückt. Die Kinder schlafen, nachdem es noch Pizza gab, trotz des Lärms hier unterm Dach seelig vor sich hin – hoffen wir mal, das bleibt so. Wir machen uns dann mal Gedanken, wie morgen unser letzter Tag auf der Insel und auch am Meer aussehen wird.

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