Fensterläden zu…Fensterläden auf? Wie auch immer, die Entscheidung diese auf zu lassen um, wie die Tage zuvor, gegen 6:30 – 7:00 von unseren Kindern geweckt zu werden, ging leicht über das Ziel hinaus. Herzlichen Glückwunsch zu 05:30! Da ich keine Hoffnung auf weiteren erholsamen Schlaf hatte, bin ich mit Emil aufgestanden. Buch lesen und eine Kleinigkeit frühstücken für Emil, Kaffee für mich! Julia hatte Luisa dann um 06:30 im Schlaf und konnte immerhin bis 07:15 weiterschlafen.
Kurz nach acht, dann das erste Highlight für unsere Dorfkinder: Straßenbahn fahren rein nach Venedig. Die Citytour Tickets inkl. Wasserbus in Venedig gab es für 20€ pro Nase im Tabacco Laden gegenüber der Unterkunft, die Haltestelle Volturno war gerade mal weitere 100m entfernt. Es dauerte keine 18 min bis wir an der Endstation Venezia angekommen sind. Jeder der Haltestellen wurde mit einem energischen „Weiterfahren“ kommentiert!

In Venedig angekommen, mussten wir dann zunächst das richtige Frühstück nachholen, Emil war ja bereits eine Weile wach und hatte wieder Hunger. Um eine hungerbedingte Eskalation zu vermeiden, entschieden wir uns für das mäßige aber funktionale Frühstück direkt an den Haltestellen. Ich sag mal so, Schinke-Käse-Ketchup-Majo-Toast schmeckt unserem ziemlich gut! Dann ging es ohne größeren Plan mit bewährter Kraxn und Manduca Kombination in Richtung Markusplatz mit Umweg über die Rialto Brücke. Mit stetiger Überzeugungsarbeit durfte Emil in weniger überlaufenen Ecken alleine durch Venedig marschieren und bei größeren Menschenmengen entweder bei Mama oder bei Papa an der Hand gehen. Sollte es tatsächlich mehr Widerstand gegebenhaben, so war die Androhung in die Kraxn gehen zu müssen ausreichend, um ihn wieder an der Hand zu haben.

Luisa klebte währendessen in mittlerweile gewohnter Haltung an Julia und schlief die meiste Zeit wieder durch.

Apropos kleben, Emil hätte nicht nur an jeder Brücke stundenlang verweilen können um die Boote anzuschauen, auch die kleinen süßen roten Hydranten hatten es ihm angetan. Es wurde jeder…JEDER kleine süße Hydrant, dem wir auf dem Weg begegneten, oder auch nur irgendwo erahnen konnten herzlich umarmt!



Die Liebe zu den Booten ging so weit, dass es uns nicht gelang ein einziges Familienselfie mit dem Jungen und uns Dreien zu machen! Also mehr innige Zeit für Julia und mich.


Das viele Laufen machte irgendwann müde und wir wollten vor dem Markusplatz, abseits der Massen, etwas kleines essen. Die Pizzeria Birreria Barbanera kam dabei irgendwann sehr recht und es gab Pizza und fritierten Tintenfisch…achja und natürlich auch ein Puzzle dazu. DAS Puzzle dazu!

Ein paar Meter weiter waren wir dann beim Markusplatz. Ein Foto auf dem Löwen, eins in der Taubenmenge und dann waren die Beine des kleinen Mannes doch irgendwann zu schwer und die Kraxn bekam ihren ersten Einsatz!

Da hochheilig die Tage zuvor Bootfahren versprochen worden ist, mussten wir dieses Versprechen nun langsam einlösen. An der Station S. Zaccaria ging es dann in die Linie 2 der Wasserbusse um eine Tour entlang des großen Kanals durch die Altstadt zu machen. Mit der Fahrt durch die Altstadt ging es zum großen Hafen. Dort lagen tatsächlich 7 der großen Kreuzfahrtschiffe an, die Venedig wortwörtlich überrollen!


Da der Tag bereits ziemlich lange für die Kids (und uns) war und wir aus Berchtesgaden, so manches Verhalten in den Abendstunden erahnen können, entschlossen wir uns bei der Station Zattere auszusteigen und gemütlich zurück zur Straßenbahnhaltestelle zu laufen. Kraxe war natürlich erst mal nicht angesagt, wurde aber nach halber Strecke bereitwillig akzeptiert und dann kam er, der lang erwartete komatöse (Nachmittags-)Schlaf und das bis zum Abstellen der Kraxn in der Wohnung inkl. Tramfahrt! Bei dem Laufpensum heute sicherlich nicht so überaschend. Wieviel genau, versuche ich noch nachzuvollziehen.
Einige extra Meter kamen bei Emil noch dazu. Ein spontaner Fussballkick mit einem britischen Buben in seinem Alter und dem allseits bekannten und über Generationen betriebene Kindersport „Taubenjagen“ dürfen hier nicht vernachlässigt werden.
Da der Schlaf noch geglückt ist, war der Plan abends bei uns in Mestre essen zu gehen. Leider kam ein Gewitter dazwischen, so dass wir uns für den nahgelegenden Supermarkt entschlossen haben und dem Wunsch nach Bratwurst und Kartoffeln (das Wort „Biergarten“ fiel in diesem Zusammenhang auch) nachgekommen sind.
Für einen ersten Städtetrip zu viert hat das aus unserer Sicht heute prima funktioniert, Emil fand den Tag wieder super und Luisa konnte sich abends auch noch fleißig auf der Spieldecke ausstrampeln. Da sie so gerne schon was zwischen die zahnlosen Kauleisten bekommen wollen würde, hat Julia im Supermarkt verzweifelt nach der ersten Breiwahl Deutschlands gesucht: Pastinake! Naja, in Italien bekommen die Babys wohl eher püriertes Pferd – ja ihr lest richtig PFERD, anstatt Pastinake. Dann muss sich Luisa wohl doch vorerst noch gedulden!

Heute ist die Jalousie definitiv zu und wir hoffen auf eine längere Nacht, bis acht wäre doch mal super!
La Serenissima wie toll!!!!Und Emil hat uns bewiesen dass wir doch noch nicht alles von Venedig kennen: nämlich die kleinen roten Hydranten!!!!Sind mir noch nie aufgefallen☺Und Pferdefleisch in Babygläschen war mir auch unbekannt. Aber Emil hat die Stadt so wie es sich gehört zu Fuß erkundet u sie hat ihm scheinbar gut gefallen-so wie mir auch immer wieder! Und er hat richtig erkannt:es gibt keine Biergärten in Venedig eine echte Marktlücke!!!
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So tapfer, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Und es gibt ja viel zu entdecken. Dazu gehört, wie für die meisten Kinder, Tauben fangen. Wie schön, Venedig in der Pizzeria und mit Schiff zu entdecken. Da darf man abends auch müde sein.
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