Aus Leicht mach Schwer: Die Drei Zinnen

Endlich, der Tag an dem das HIGHLIGHT in den Dolomiten ansteht: Die leichte 3-4h Wanderung rund um die Drei Zinnen. Auch bestärkt durch andere Reiseberichte wie z.B. https://travelsanne.de/drei-zinnen-wanderung/ begaben wir uns heute besonders früh auf die Straße. Gerade in der Hauptsaison heißt es öfters, nach 10 Uhr könnte es schwierig werden noch mit dem eigenem Auto hoch fahren zu dürfen. Davon angespornt, haben wir es geschafft um 08:30 im Auto zu sitzen, auf dem Weg beim Bäcker das zweite Frühstück geholt und nochmal die Reisekasse aufgestockt, da in der Regel alle Hütten nur Bargeld akzeptieren. Um kurz nach 10 haben wir dann einen perfekten Parkplatz, leicht oberhalb der Auronzohütte bekommen. Das „Anstehen“ hielt sich auch in Grenzen und Emil konnte es kaum erwarten, durch die Schranken zu fahren. Uns wurde schon ein traumhafter Blick beim Warten geboten.

Dort angekommen, packten wir fix alle Sachen zusammen (ja bis auf die Feuchttücher oder Taschentücher, die blieben im Auto, was etwas suboptimal bei zwei Wickelkinder ist). Die Großen gingen nochmal aufs WC und dann ging es mit den Menschemassen gegen den Uhrzeigersinn auf dem Weg 101 zur Lavaredohütte .

Bis auf ein Tütata (Polizeit Tütata!!!) Auto auf dem Weg, haben Emil durchaus die riesigen Berge von allen Seiten imponiert und wir hatten unseren persönlichen Reiseführer im Gepäck, der erneut alles detailiert kommentierte. Die Hütte selber ließen wir liegen und begaben uns direkt zum höchsten Punkt der Wanderung, zum Paternsattel, wo wir dann mit dem ersten Blick auf die drei Zinnen belohnt worden sind.

Sagen wir mal so…so weit so gut…höchsten Punkt erreicht und Emil hat sich selber minutenlang selber gefeiert „Oben…Emil Oben….Oben….Emil Oben….HEEEEYYYYY….“. Die berühmte Drei Zinnen Hütte war ebenso in Sicht und für einen stand dort die Suppe bereits fest. Auf dem Weg zur nächsten Hütte entschieden wir uns für den familienfreundlicheren „unteren“ Weg, wo man zwar ein paar Höhenmeter mehr hatte, dafür sich die Kraxnhalter noch im Bikerstil zuwinken. Aber nicht nur Kinder wurden in Kraxn transportiert, auch anderen flauschige Wesen konnten auf diesem Weg, bis zur Drei Zinne Hütte getragen werden.

Da bereits von weitem auf der Hütte Suppe eingefordert worden ist, entschlossen wir uns, auch mit Blick auf den weiteren Verlauf der Reise, dort bereits zu Essen. Es war ein mega Gewusel, aber wir bekamen einen Platz drinen für uns Vier. Da ein kleiner Mittagsschauer vorbei schaute, Glück gehabt! Essen war üppig und bis auf die Suppe auch lecker. Als der Schauer vorbei war, sind wir weiter zur Lange Alm. Natürlich durften einige Fotostops, auch unter der strengen Regie von Emil nicht fehlen.

Soweit so gut, aber der Weg zur nächsten Hütte hat unsere Kondition gebrochen und es begann ein seeeeeeeeehr anstrengender Abstieg, gefolgt von einem ebenso anstrengenden Aufstieg zur Lange Alm. Ab hier würde weder Julia noch ich, unterschreiben, dass es sich um einen einfachen Wanderweg handelt. Zumindest mit Kinder in Kraxn und Manduca, ergab sich neben der physischen Anstregung noch die psychische Anstrengung die richtigen Tritte zu finden.

Wir waren auf jeden Fall heilfroh, als wir endlich an der Hütte angekommeb sind. Für diese Strecke habe es auch keine weiteren Kraxn für den Bikergruß und auch Manducas haben wir hier nicht mehr gesehen. Ohne es zu wissen, waren wir auch fast die letzten Gäste an der Hütte, die kurz nach unserer Bestellung dicht gemacht hat. Wassertechnisch, wäre dies ein kleines Disaster gewesen, da nur noch Emil über entsprechende Apfelschorlenvorräte verfügte, die er bereitwillig mit seiner Mutter teilte. Alle nochmal Kräfte sammeln und eine Runde Freiluftwickeln, bevor es auf das letzte Drittel ging.

Dieses ging dann wieder etwas entspannter voran, aber unsere beiden Körper schmerzten einfach nur noch von allen Seiten. Wir sind scheinbar nicht mehr für leichte Wanderungen gemacht. Es ging nochmal durch ein Geröllfeld mit herrlichem Ausblick auf die Berge der anderen Seite, vorbei an unzählig gebauten Steinmänchen und vorbei an unzähligen Kühen.

Gegen 18:15 waren wir dann wieder am Auto und waren erleichert, keinen Schritt weiter mehr gehen zu müssen. Anstelle der 3-4h, haben wir mal knapp 7,5h inklusive Pausen gemacht und wie gesagt: Auf dem zweiten Teil, haben wir die Leichtigkeit zumindest irgendwo verloren. Auf dem Heimweg machten wir uns noch etwas lustig über die ursprünglichen Pläne nach der Wanderung in den Wichtelpark oder ins Acquafun Alpin Erlebnisbad zu fahren…da es sich ja laut der og. Quellen um eine Halbtagestour handelt und wir noch Zeit haben würden.

Kurz vor Acht waren wir in der Ferienwohnung zurück, bringen unsere geduldigen und gut gelaunten Kinder ins Bett um dann anschließend…die Füße endlich hochzulegen. Hab ich schon erwähnt, dass wir ECHT platt sind? Morgen geht es dann nach Venedig, gepackt wird heute nimmer.

4 Gedanken zu “Aus Leicht mach Schwer: Die Drei Zinnen

  1. Avatar von Karl Hierl Karl Hierl

    Zu allererst: Meinen höchsten Respekt für diese Tour (mit den Kindern). Wer weiss, wie anstrengend dies sein kann, kann nachvollziehen, was ihr geleistet habt.
    Aber dafür sind die Bilder beeindruckend.
    Und es scheint allen gefallen zu haben.

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